Im letzten Teil hatten wir herausgearbeitet, dass es bei der Wandlung der Sampling-Frequenz von 44.100 Hz auf 48.000 Hz bei Sounddateien Probleme bei dem ein oder anderen Programm geben kann. Ob Ihre Schnittsoftware oder Ihr Authoringprogramm auch zu den
"Soundverfälschern" gehört, müssen Sie im Zweifel selbst
feststellen. Gute CDs mit Test- und Messtönen gibt es im Handel zu kaufen. Den Weg dahin habe ich Ihnen im letzten
Sinnvoller als ein Allrounder ist für eine solch diffizile Aufgabe sicher aber immer ein Spezialist. Tja.... Ja, wenn sie nicht so teuer wären - die
Spezialisten. Also schauen wir uns mal auf dem Markt der kostenlosen Software um. Unser Streifzug durch´s Web führt uns zuerst
zu Im File WCONV04A.LZH verbirgt sich u.a. ein Programm mit dem Namen "wavefs44.exe". Wenn Sie es unter MS/DOS mit einem Fragezeichen aufrufen ( wavefs44.exe /? ), so bekommen Sie die möglichen Kommandos zu sehen (in englischer Sprache). Über den Befehl
können Sie ein File von 44,1 auf 48 kHz in der Sampling Frequenz ändern. Leider gehört das Programm nicht zu den schnellsten und da ich der japanischen Sprache nicht mächtig bin, kann ich Ihnen auch nichts zu den Lizenzbedingungen sagen. Ungeachtet der Lizenzbedingungen habe ich meinen Test-Sound durch dieses kleine Tool geschickt und siehe da, im Gegensatz zu den Schnittprogrammen ist hier ein recht klarer Sound zu sehen und zu hören. Auffällig war jedoch, dass das Tool alle Frequenzen konsequent bei etwa 20 kHz einfach abschnitt.
So waren zwar die Töne bei 1, 18 und 20 kHz vorhanden, der 22 kHz Ton fehlte jedoch komplett. Und auch der "Sweep" endete etwas zu früh.
Nun haben wir in der letzen Folge gelernt, dass wir einen Sinus an der
Stelle sowieso nicht hören. Aber beim Komprimieren in Richtung DVD verlieren
wir noch genug Sound-Information und da wollte ich zumindest keine bei der Sampling-Rate-Wandlung verlieren. Also erneute Suche im Internet: Recht schnell stieß ich nun auf Naoki
Shibata unter
Der Autor hat einen sehr schnellen "sampling rate converter" mit dem
Namen
Die Kunst besteht bei einer solchen Software darin, dass man die Sampling Frequenz ändern muss, ohne die Qualität des Sounds oder gar die Länge des Musikstückes zu beeinflussen und das ist Naoki Shibata hervorragend gelungen. SSRC ist nicht nur sehr gut, sondern auch sehr schnell. Während "Cool Edit 2000" für die Umwandlung meines Test-Files 10 min und 20 sec. benötigte, kam SSRC mit 1 min 35 sec aus. Selbst die Windows-"high precision version" (ssrc_hp.exe) schaffte den gleichen Job in rund 5 Minuten - also der halben Zeit wie Cool Edit. Die Umwandlung erfolgt mit einem einfachen Programmaufruf, bei dem die Parameter übergeben werden. In der einfachsten Ausführung sieht das so aus:
"ssrc" ruft das Programm auf und "--rate 48000" bestimmt die Ausgangs-Sampling-Frequenz des Wave-Files. Die beiden WAV-Namen stehen für das "Input-" und das "Output-File". Nun bin ich ein sehr bequemer Mensch und da ich "SSRC" nicht ständig benötige - und darum die Befehle immer wieder vergesse, habe ich mir den Vorgang etwas "automatisiert". Ausgangsbasis ist dabei
Wie Sie vermutlich aufgrund des Bildes erahnen können, habe ich jedem Track der CD einen Titel zugeordnet bzw. per Datenbankabfrage zuordnen lassen. EAC erlaubt es dem User nun beim "grabben", das Musikstück auf Festplatte unter dem echten Namen abzuspeichern, den Sie dabei auch noch recht frei ergänzen können.
Die "Track-Titel"-Angabe (%T) habe ich somit für die Abspeicherung um die Zeichenkette "SR44100_" erweitert. Dadurch erscheinen die einzelnen Files nachher etwa so auf meiner Festplatte:
Ich brauchte für jedes File auf meiner Festplatte nicht nur eine eindeutige Bezeichnung, um schon rein optisch zu erkennen, mit was für einer Sampling-Frequenz es erstellt wurde, ich brauchte für die automatische Umwandlung auch einen immer gleichen Anfangsnamen. Nun rufe ich nur noch eine Batchdatei mit dem Namen "convert.bat" auf und wie von Geisterhand wird die Samplingrate aller Files in einem Arbeitsgang von 44,1 auf 48 kHz gewandelt. Na gut.... Hinter der "Geisterhand" verbirgt sich ein kleines Ablauf-Programm, das mit einem einfachen Menü unter MS/DOS auf dem Bildschirm erscheint. Wenn ich schon mit MS/DOS-Software arbeite, dann schon richtig. ;-)
Hier kann ich also auswählen, ob ich schnell oder genau gewandelt haben will. Damit das Programm läuft, benötigt man im Prinzip nur 4 Files, die im gleichen Verzeichnis wie die WAV-Files liegen müssen oder Sie müssen den Pfad entsprechend anpassen:
Um Menüs in Batch-Programmen zu realisieren, gab es -ich glaube bis MS-DOS 6.0- den Befehl "choice". Der Befehl gab eine Meldung aus und wartete dann auf einen Tastendruck. Die gedrückte Taste wurde als ASCII-Wert in der Variablen "Errorlevel" zurückgeliefert. Windows NT oder XP hat diesen Befehl leider nicht mehr. In diese Lücke ist aber der ein oder andere
clevere Programmierer gestoßen. Einer dieser Leute ist Jens Rehsack von
Sein Unternehmen bietet auf der Website
Das Programm steht unter einer BSD-Style Lizenz und kann kostenlos genutzt werden.
Wenn Sie die Software also nutzen oder weiterentwickeln wollen, so freut sich Jens sicher über eine Spende für seine Arbeit. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Drücke ich nun in meinem "Mini-Programm" die Taste "2", so erscheint folgender Bildschirm
Nachdem alle Files umgewandelt sind, finden sich im entsprechenden Unterverzeichnis sowohl die WAV-Files mit einer Samling-Rate von 44.100 Hz (direkt von CD importiert) als auch die mit SSRC gewandelten Files, die als Hinweis alle mit HP_SR48000 für "high precision / Sampling-Rate 48 kHz" anfangen:
Wer Interesse an meinem kleinen Tool hat, kann es sich als
Schauen wir uns zum Abschluss noch die Wandlungsqualität an. Natürlich wieder am Beispiel unserer bereits bekannten Testdatei. Und was sehen wir?
Saubere klare Frequenzverläufe ohne Oberwellen und Wandlungsfehler. Noch ein Blick auf die bereits bekannte Frequenzanalyse nach der Suche nach Oberwellen oder sonstigen Verschmutzungen:
Auch hier ein klarer sauberer Ton bei 22 kHz ohne jedweden Müll. Damit hatte ich ein weiteres Tool auf dem Weg zu einem guten DVD-Sound gefunden. Es mag noch unendlich viele von solchen tollen Programmen geben. Wenn Sie ein anderes haben, testen Sie es und wenn Sie zufrieden sind, nutzen Sie es. Der EDV-TIPP will Ihnen nicht irgendein Produkt besonders empfehlen. Ich möchte mit dieser Ausarbeitung nur auf einige der möglichen Probleme hinweisen, die einen so bei der täglichen Arbeit ereilen können. Wandeln Sie also möglichst früh in der Prozesskette nach dem "grabben" die Sounddateien auf eine Sampling-Frequenz von 48 kHz um - und zwar vor dem eigentlichen Videoschnitt. Das ist meine eigentliche Empfehlung. Ihre Zuhörer werden es Ihnen später danken. Ob Ihr Schnittprogramm damit allerdings immer etwas anfangen kann, schauen
wir uns in der
*) Quelle:
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