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Entweder Sie haben Pausen in Ihrem Video, oder das Video spult nicht, oder der Player zeigt keine Zeitangabe, oder er springt nicht mit der GOTO-Funktion auf eine bestimmte Stelle im Video, oder er spielt es gar nicht ab, oder, oder.... Wollen Sie mal eine professionelle Lösung testen? Und auch eine Lösung, die noch kostenlos ist? Dann empfehle ich Ihnen das Authoring-Programm
Leider gab es zu diesem Zeitpunkt eher spärliche bis gar keine verfügbaren Informationen zum Aufbau des Video-CD - Formats, so dass er im Trial-and-Error - Verfahren das Format auf der Grundlage von fertigen Video-CDs reverse-engineeren musste. Nach einiger Zeit der "Forschung" konnte er schließlich im September desselben Jahres die erste Version 0.1 vorweisen. Heute sind wir bei der Version 0.7.9 und das Programm läuft nicht nur unter Linux/Unix!
GNU VCDImager steht für GNU Video CD Image Maker. Das GNU-Projekt wurde vor knapp 20 Jahren gestartet, um damals ein vollständig freies Unix-artiges Betriebssystem zu entwickeln - das GNU System. GNU steht für "GNU ist nicht gleich Unix". Wer zu dem Thema mehr wissen will, dem seien folgende Quellen empfohlen
Das VCDImager-Tool ist zwar offizielles Teil des GNU Projektes, jedoch läuft es nicht nur in der Linux/Unix-Welt, sondern auch unter MacOS und Win32 - hier z.B. in einer DOS-Box. Was macht das Programm denn nun wirklich. Wenn Sie so wollen, ist der GNU VCDImager eine Teilmenge von Nero oder WinOnCD. Es macht also auch aus einem MPEG-File eine VCD oder SVCD. Nun können Programme wie Nero oder WinOnCD viel mehr als der GNU VCDImager - aber dafür kann der GNU VCDImager das was es macht - viel besser! Schauen wir uns zuerst einmal die doch sehr kryptischen Parameter der Software an:
Ich will die Parameter hier nicht im Detail erklären, das macht das ausführliche Handbuch viel besser als ich das je kann, ich möchte Sie einfach nur abschrecken. Sie wollen sich nicht abschrecken lassen? Sehr schön, kann ich da nur sagen. Es wird auch wieder einfacher und verständlicher. Denn ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die sich gerne mit solchen Befehlsstrukturen rumschlagen. Nun gibt es im Internet fast nichts was es nicht gibt. Und so gibt es zu diesem Tool auch ein GUI, ein Grafisches User Interface. Clevere Programmierer haben sich hingesetzt und für das o.a. Programm ein schönes Windows-Tools programmiert, mit dem der Umgang fast zu einem Kinderspiel wird. Eines dieser Programme finden Sie auf der für den Videofreund recht interessanten Seite
Und so starten wir auch unsere Downloadreise ins Internet unter http://www.vcdhelp.com/vcdimagereasy.htm. Hier können Sie direkt eine grafische Benutzeroberfläche für den VCDImager herunterladen.
(Zwischenzeitlich ist in Laufe der Jahre aus einer Freeware eine kommerzielle
Version unter
Nun finden Sie auf den o.a. Webseite schöne Programmbeschreibungen in englischer Sprache. Da viele EDV-TIPP-Leser damit aber so das ein oder andere Problem haben, will ich versuchen, die praktische Anwendung des Programms zu beschreiben. Dabei werden zwei oder mehr MPEG-2-SVCD-Streams zu einem ganzen Stream zusammengesetzt und diese mittels VCDImager zu einer SVCD gebrannt. Ziel ist es, einen SVCD-Stream zu erzeugen, der keine Pause zwischen den einzelnen Stücken macht. Auf keinem DVD-Player.
Warum machen wir das? Die IEC62107-Norm schreibt auf einer CD zwischen zwei MPEG-Segmenten einen Freiraum von mind. 150 Sektoren vor. Der MPEG-Stream startet also mit einer Pause von 150 leeren Sektoren. Was machen denn nun die Brennprogramme? Schauen wir uns zuerst Nero von Ahead an. Eine SVCD geschrieben im Disk-AT-Once-Modus:
Wenn wir uns das o.a. Bild (erstellt mit IsoBuster
750 + 1146 ist gleich Block 1896. Der nächste Stream fängt aber erst bei Block 2068 an. Zwischen den beiden Streams ist also ein Leerraum von 172 Blöcken oder Sektoren wie man auch sagt. Nun ist es dabei vollkommen egal, ob Sie mit Nero DAO (Disk-AT-Once) oder TAO (Track-AT-Once) schreiben. Die 172 Blöcke bleiben. Auch ein Update auf Version 5.5.3.5 bringt keine Änderung.
Nun ist es nicht egal, ob Sie eine (S)VCD im DAO- oder TAO - Modus produzieren. Für mich gibt es da nur eine Methode um sicherzustellen, dass das Authoring-Programm und das Brennprogramm die volle Kontrolle über den Prozess haben - den DAO-Modus. Im Gegensatz zum DAO- wird im TAO-Modus ja der Laser beim Brennen zwischen den einzelnen Tracks kurz abgeschaltet. Nach meiner Kenntnis führt das aber dazu, dass zwei zusätzliche "Linksektoren" eingeführt werden. Nicht gerade förderlich für das "ruckfreie" Abspielen von (S)VCDs. Und auch nicht gerade förderlich um die richtigen "entry points" zu finden und anzuspringen.
WinOnCD von Roxio hält sich im Gegensatz zu Nero an der unteren Grenze von 150 Blöcke!
In unserem Beispiel: Start 1052 + Länge 1087 + 150 Blöcke Pause = Block 2289 als Startadresse für das nächste MPEG-Segment.
DVD-Player reagieren recht unterschiedlich auf solche Pausen - ob sie nun 150 oder 172 Sektoren lang sind ist im Prinzip schon fast egal. Aber in der Regel führt ein solcher Leerbereich zu einer merkbaren Unterbrechung im Videofilm. Wir erinnern uns: Die SVCD wird mit 2 x 75 Sektoren / Sekunde abgespielt. Die VCD mit 1 x 75 Sektoren. Wie lang denn nun die Pausen wirklich ist, können Sie recht leicht selbst ausrechnen. Nero nutzt die Segmentierung eines Streams dazu, mehr oder weniger hübsche Eingangsbilder zu erzeugen.
Nun frage ich mich ernsthaft, was soll das? Gut, Nero versucht damit DVD-like "Chapters" zu erzeugen - also einzelne Kapitel, die man anspringen kann. Doch sollte man da nicht besser einen langen zusammenhängenden Stream nehmen, um über "entry points" quasi seitlich in den MPEG-Stream hineinzuspringen?
Wir machen also im ersten Schritt "nur" einen nahtlosen Film ohne Pausen und ohne Eingangsbild. Dafür wird das aber eine SVCD, die auf sehr vielen SVCD-fähigen-DVD-Playern läuft.
Am einfachsten und billigsten geht das mit TMPGEnc. Nutzen Sie dafür nach Möglichkeit eine der neueren Versionen (>Beta 12g), da die ersten Versionen bei dieser Funktion noch fehlerbehaftet waren. Gehen Sie über "File" und "MPEG-Tools..." und wählen Sie die Karteikarte "Merge & Cut".
Über "Add" wählen Sie sich die Files aus, die Sie ohne Pause verbinden wollen. Danach stellen Sie als Type "MPEG-2 Super VideoCD (VBR)" ein. Zum Schluss definieren Sie im Output-Pfad noch einen File-Namen. Ein Klick auf "Run" startet die Operation. Sind die Files unterschiedlich, so bekommen Sie evtl. folgende Fehlermeldung:
Haben Sie alle richtigen Files zusammen, können Sie mit einem Doppelklick auf einen Eintrag in der Liste ein File auswählen:
Schließen Sie das Fenster mit "OK" ab und starten Sie den Prozess mit "Run".
Nach beendeter Arbeit können Sie die Maske schließen und TMPGEnc verlassen.
Wenn Sie sich das o.a. ZIP-File oder ein einsprechend neueres File von der Website heruntergeladen habe, so entpacken Sie das File in ein Verzeichnis Ihrer Wahl:
Nun ist nicht immer sichergestellt, dass in dem ZIP-File auch die neuste Version von GNU VCDIMager enthalten ist. Wir gehen deshalb direkt auf
Unter
Aber Achtung: Herr Riedel weist auf seiner Website immer ausdrücklich auf die stabilen und "unstable" Versionen hin. Beachten Sie dies bitte, um bei Ihren Versuchen all zu viel CD-Schrott zu vermeiden.
Fügen Sie nun über "Add" Ihr fertiges File ein:
So, im Prinzip sind Sie nun schon fast fertig. Im Feld "Bin Output File" definieren Sie im Zweifel noch den Pfad und den Namen Ihres Ausgangsfiles (in meinem Beispiel videocd.bin bzw. videocd2.bin). Wollen Sie aber Ihrem Spieltrieb noch nachgehen, so können Sie in der o.a. Maske rechts oben noch einen Haken bei "Advanced Mode" machen. Jetzt stehen Ihnen noch ein paar zusätzliche Menüs zur Verfügung, wie z.B. das "ISO Files" - Menü:
Hier können Sie die spätere Struktur der SVCD sehen und noch weitere Unterverzeichnisse, ggfl. mit Textfiles etc., unterbringen. Doch kommen wir zurück zu unserer Ausgangsmaske. Klicken Sie dort auf "Go" und warten Sie, bis der Prozess abgeschlossen ist. Im Bereich "Log" können Sie zwischenzeitlich sehen was abläuft.
Schauen wir uns den Bereich "Command Lines" einmal genauer an, so sehen wir dort
Das ist genau die Befehlsfolge, die Sie im MS-DOS-Modus am DOS-Prompt hätten eingeben müssen
Das Ergebnis sind zwei Dateien mit den Namen
Das interessante an der Programmkombination ist nun nicht das Programm "VCDImager Easy", sondern der "GNU VCDImager". Die Software beschreibt die Struktur einer VCD oder SVCD mittels XML-Statments. Vergleiche dazu:
XML ist die Abkürzung für Extensible Markup Language und eine Teilmenge von SGML. SGML erlaubt es, Auszeichnungssprachen für Texte zu entwerfen. Die bekannteste Anwendung von SGML ist HTML. SGML bildet damit einen Grundpfeiler des World Wide Web. XML wurde also eigentlich vom
[Ein Parser ist nun ein Programm, das bestimmte syntaktische Strukturen erkennen und nach bestimmten Regeln weiterverarbeiten kann, z.B. Compiler, Browser, Datenbanken (beim Import von ASCII-Text)]. Ich will hier nicht auf die Einzelheiten der Programmierung eingehen, da sie einerseits einen Laien überfordern und anderseits den Profi langweilen. Sie finden dazu im Internet genügend Informationen. So z.B. das Programm VCD2XML mit dessen Hilfe Sie solche XML-Abläufe erstellen können.
Das Ergebnis, also das Output-File eines solches Programms, das wiederum an den "GNU VCDImager" übergeben wird, sieht dann etwa so aus:
Aber wer will, kann sich die Ergebnisse mal unter
Alternativ können Sie sich aber mit Hilfe der Daemon Tools ( Sie müssen dabei aber beachten, dass nicht alle Software-Player die Eingangsmenüs richtig anzeigen. Michael Tam hat übrigens eine Beschreibung mit den wichtigen VCDImager-Kommandos zu diesem Thema ins Web gestellt:
Eine Diskussion dazu finden Sie im Internet z.B. unter:
Nach meiner Kenntnis kann nun Nero z.B. auch eine bin-Datei zu einer CD machen - Sie sollten jedoch die Finger davon lassen, da dabei nach Berichten aus verschiedenen Foren Probleme auftreten können. Eine kostenlose Lösung finden Sie unter
Das Programm CDRDAO unterstützt:
Hat aber auch den Nachteil kryptisch zu sein. Vermutlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis jemand sowohl GNU VCDImager als auch CDRDAO unter einem gemeinsamen GUI (unter Windows) vereint. Wer Alternativen sucht, ist bei
Ein nicht ganz kostenloses, aber preiswertes Programm ist der Fireburner (unter
Mit diesem Fireburner laden Sie das "Cuesheet" (hier: videocd.cue), das benötigt wird, um den Vorgang zu steuern. Ein Cuesheet ist eine einfache Textdatei, in der vom Anwender genau spezifiziert wird, wie die zu erstellende CD auszusehen hat. In unserem Fall sieht diese Datei so aus:
Diese Datei wird also nun wie folgt geladen:
Im Prinzip finden Sie im folgenden Bild die Informationen der Cuesheet-Datei wieder:
Mit einem Click auf das Menü "Create CD" und "Burn" können Sie nun den Brennvorgang starten. Das Programm "brennt" also nun den Inhalt der "bin"-Datei nach den Regeln der "cue"-Datei auf die CD. Alternativ können Sie auch CDRWin von
Über die Funktion "Schreiben"
kommen Sie an folgendes Bild:
Auch hier können Sie eine Cuesheet-Datei laden und daraus eine CD brennen.
Wo liegt der Vorteil dieser Programme? Sie sind -wie gesagt- alle kostenlos und sie funktionieren! Diese hier beschriebene Lösung mit dem GNU VCDImager unterstützt neben vielen anderen interessanten Punkten in vollem Umfang PBC (playback control), 99-Minuten CD-Rs (out-of-specification) und ermöglicht Ihnen auch die Analyse von bestehenden Video CDs. Sie können z.B. mit Hilfe von GNU VCDImager eine kpl. Video CD extrahieren und incl. der PBC-Information in entsprechende Files kopieren und analysieren. Die Software ist also ein Tipp für alle Leute, die es bis dato noch nicht geschafft haben, spulende SVCD hinzubekommen. Lösungen wie z.B. mein Tipp
GNU VCDImager ist allerdings auch kein Wunderwerkzeug, das aus nicht geeigneten MPEG-Streams eine abspielbare (S)VCD macht. Viele Probleme, manchmal auch Spulprobleme und GOTO-Probleme, hängen z.B. damit zusammen, dass die "sequence header" vor den GOPs fehlen. Bei konformen MPEG-Streams hat der GNU VCDImager aber definitiv die Nase vorn. Er hat ein unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis.
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