Die Video CD - Formate bewerten



Bei den einzelnen Encodern habe ich soweit möglich immer die Standardeinstellung genutzt und nur zusätzlich als Format VCD ausgewählt. Also, ich habe keine Experimente mit den I-, P- und B-Frames gemacht.

Auffällig war, dass sich bei dem Brennprogramm von Nero im Modus "kompatible VCD erstellen", alle Files problemlos auf CD bringen ließen. Nutzt man dagegen anstelle von Nero das Programm WinOnCD, so bemängelt dieses die von AVI2MPG2 (Version 1.23) erstellten Files als "nicht kompatibel". Die Darstellung auf dem DVD-Player war jedoch sowohl beim Brennen mit Nero als auch mit WinOnCD einwandfrei.


Vorweg muss ich noch sagen, Video CD - Qualität sieht im Prinzip so aus, als ob Sie einem Brillenträger mit 0,5 ... 1 Dioptrien seine Brille wegnehmen. Besonders auffällig ist das bei der Beschriftung von stehenden Bildern - wie z.B. unserem Eingangs-Standbild. Auch das leichte Ausfransen des Bildes z.B. beim Umblättern von einer Szene in die andere ist systembedingt und auf das "Interlaced"-Problem zurückzuführen.

Doch kommen wir zu der (subjektiven) Bewertung von verschiedenen Personen im Einzelnen:

Programm:Bemerkung:
  
DV MPEG von Darim

Das erzeugte File leidet unter gelegentlichen Aussetzern. Offensichtlich hat das Programm das ein oder andere Bild einfach beim Codieren vergessen.

Das mit der Standardeinstellung erstellte VCD-File ist somit nicht brauchbar.

LSX-MPEG Encoder 3.0Das mit dem Programm von Ligos erzeugte VCD-File fällt durch rhythmisches Pumpen beim stehenden Bild auf (Motiv mit dem Windrad in der Mitte).

Es sieht so aus, als wenn die Bildqualität zwischen den I-Frames so stark abfällt, das ein neu erscheinendes I-Frame zu einem Bild-Pumpen führt.

Das VCD-File ist für den Bewegtfilm brauchbar - bei Szenen mit stehenden Bildern empfindet der Betrachter den Pumpeffekt als störend.

TMPGEncohne Beanstandung
AVI2MPG2 (Ver 1.24 beta 12)Probleme mit WinOnCD sonst ohne Beanstandung
Panasonic MPEG1 EncoderPumpeffekt wie bei dem Programm "LSX-MPEG Encoder 3.0" jedoch noch störender.

Das mit der Standardeinstellung erstellte VCD-File ist nicht brauchbar.

 

Wie Sie sehen, stimmt diesmal die Regel "je teurer - je besser" überhaupt nicht. Meiner Meinung haben gerade die teuren "Profiprogramme" hier besonders schlecht abgeschnitten.

Sie können die Qualität Ihrer VCD übrigens ungemein steigern, wenn Sie als Ausgangsmaterial ein File mit einer Auflösung von 768 x 576 oder von 720 x 576 Bildpunkten nehmen und nicht das Standardformat von 352 x 288 Punkten.

Das hat zwar den Nachteil der längeren Wandlungszeit beim Encodern, führt aber zu einer deutlich besseren Qualität.


Wir erinnern uns:

Unser Ausgangsmaterial hatte eine Auflösung von 768 oder 720 x 576 Punkte. Beim Rendern des Filmes mit MediaStudio (oder einem anderen Programm) hatten wir das Format des fertigen AVI-Films definiert. Auf der Karteikarte "General" konnte man die Bildgröße (frame size) frei definieren. Ich hatte mich für folgende Formate entschieden:

  • 768 x 576 (typisches Format der Fast-Karte)
  • 720 x 576 (DV-Format)
  • 480 x 576 (S-VCD - Format)
  • 352 x 288 (VCD - Format)

Das AVI-Format mit einer Auflösung von 352 x 288 habe ich dann für den Encoder zur Herstellung einer Video CD genutzt.

Nimmt man nun aber anstelle dieses Files das File mit einer Auflösung von 720 x 576 Punkten und lässt dieses von TMPGEnc umsetzen, so bekommt man ein viel viel bessere Qualität beim fertigen MPEG-1 (VCD) - Film.

Ob man nun von MediaStudio oder von TMPGEnc die Größenanpassung vornehmen lässt, dürfte hinsichtlich der Zeit in der Summe vermutlich gleich sein - in der Qualität liegen dazwischen Welten.

Bei TMPGEnc brauchen Sie noch nicht einmal das Zielformat zu bestimmen. Egal welche Auflösung Ihr Ausgangsfilm hat - TMPGEnc macht immer einen "normgerechten" VCD-Film daraus - sofern Sie das richtige Profil ausgewählt haben.

Bei allen anderen Programmen müssen Sie hinsichtlich des Formates nochmals Hand anlegen.

Bei dem Programm AVI2MPG2 von Brent Beyeler müssen Sie beispielsweise folgende Einstellungen machen:

Erst müssen Sie oben rechts die "Resolution" definieren. Wenn Sie einen Film mit einer Auflösung von 720 x 576 als Ausgangsmaterial haben, stellen Sie hier die Auflösung für das VCD-Format von 352 x 288 Bildpunkten ein. Das rechte Vorschaufenster zeigt Ihnen die Proportionen. Klicken Sie nun noch im Bereich "Convert to output resolution by" auf "Fixed". Nun müssen Sie nur noch auf "Start Encoding" klicken und Ihre übrigen Einstellungen unter"Settings" vornehmen.

Alles nicht so einfach - darum meine eindeutige Empfehlung: Nehmen Sie TMPGEnc. Bei dem folgenden EDV-TIPP zum Thema S-VCD wird sich zeigen, das TMPGEnc nicht nur VCDs erstellen kann, sondern auch für die S-VCD eine gute Wahl ist.

Doch zuerst wollen wir unser File auf eine CD brennen.


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