AV-Master von FAST



Eine anspruchsvollere und technisch hochwertigere Lösung zum Digitalisieren von Videos könnte eine eigens für solche Fälle konzipierte Karte sein. 

Als Anbieter kamen hier für mich in der Vergangenheit Miro/Pinnacle Systems und die Münchener Firma Fast (heute unter http://www.dazzle-europe.de zu finden) in Frage. Bei meinem Kauf im Jahre 1997 hatte ich die Wahl zwischen der DC-20 bzw. DC 30 von Miro und der AV-Master von Fast. 

Da die Qualität der AV-Master etwas besser war, habe ich mich dafür entschieden.


Fast AV-Master (Foto by S. Uchrin)


Und ich muss sagen, ich habe es zu keinem Zeitpunkt bereut.

Die Steckkarte "AV-Master" ist eine Kombilösung, die Video in voller PAL-Auflösung (768 × 576, 50 Halbbilder) und Ton in CD-Qualität (bis 48 kHz und 16 Bit) verarbeitet. 

Probleme der Synchronisation von Ton zu Bild sind der Fast-Karte durch eine hardwareseitige Verkoppelung vollkommen unbekannt. Eine sep. Soundkarte ist zwar im Prinzip nicht mehr erforderlich, aber für Spiele-Fans und für die Wiedergabe von Midi-Dateien immer noch unverzichtbar, da dafür die Karte von Fast nicht konzipiert ist.

Mit meinem Equipment erreiche ich -ohne (nennenswert) Frames zu verlieren- eine Kompression von 5,0 : 1, bei einer Datenrate von 4,2 MB/sec. 

Im Prinzip ist das "Betacam"-Qualität. Da ich aber als Ausgangsmaterial nur Hi8 oder S-VHS nutze, kann ich problemlos auf eine Kompression von 9:1 oder 10:1 zurückgehen, um wertvollen Speicherplatz zu sparen.

Für die Wiedergabe über Videomonitor oder Fernseher stehen ein S-Video- und ein Composite-Ausgang bereit, an die auch ein Videorecorder angeschlossen werden kann.

Ein mitgeliefertes Programm mit dem Namen Fast-Mediacache verhilft einem AVI-Film zu einem absolut ruckfreiem Ablauf. Es nutzt dazu den freien RAM-Bereich und behebt damit eine Designschwäche in Video für Windows, das zwar einen Aufnahme-, aber keinen Wiedergabepuffer hat, was selbst bei lückenlos aufgenommenen Clips zu "Bildrucklern" in der Wiedergabe führte.

Die AV-Master ist übrigens als sogenannte Bus-Master-Karte konzipiert und steht damit recht führend in der Riege der potentiellen Anbieter.

Bei der DC 20 von Miro z.B. steuert der Hauptprozessor des PCs den Datentransport von der im "Slave-Modus" arbeitenden DC 20 über den PCI-Bus zu den anderen Komponenten des Rechners, wie z.B. der Festplatte. Das kostet jede Menge Rechenleistung.

Bei einer Bus-Master-Karte - wie der AV-Master - übernimmt die PCI-Digitalvideokarte vorübergehend die Kontrolle über den PCI-Bus und den Datentransfer. Das führt dazu, dass der Hauptprozessor entlastet wird und sich die Datenraten bei der Übertragung von Ton- und Bildsignalen und entsprechend die Bildqualität verbessern.

Nachteil: Die Karte beansprucht einen eigenen Interrupt (IRQ) ohne Interrupt-Sharing.

Einschub:

Einige von Ihnen wissen vermutlich, dass PC-Komponenten zur Steuerung der Kommunikation mit dem Prozessor Interrupts verwenden. Insgesamt gibt es 16 dieser Signalleitungen (IRQ) im PC, von denen die meisten bereits durch die Komponenten des Mainboards belegt sind. Bei einem üppig ausgestatteten System kann es da schnell eng werden, wenn jede Steckkarte einen eigenen IRQ verlangt. 

Je nach Mainbord-Hersteller gibt es aber die Möglichkeit, eine Karte so zu stecken, dass sie sich keinen IRQ mit einer anderen Karte teilen muss. Sehen Sie dazu Ihr Mainboard-Handbuch.

 

Zwar ist auch bei dieser Karte die zuvor beschriebene Software "VirtualDub" verwendbar, jedoch gibt dies für den Nutzer keinen Vorteil.

Die Standard-Capture-Software heißt "Fast Capture" und sieht etwa so aus:

Leider lassen die Treiber von Fast nur zwei verschiedene Auflösungen zu. Die Hauptauflösung ist 768 × 576. Daneben gibt es noch die Möglichkeit im Format 384 x 288 zu capturen.

Will man mit über VirtualDub z.B. 480 x 576 anwählen, so wird das Bild nicht scaliert, sondern nur ein Ausschnitt dargestellt, wie Sie nachstehend sehen können:


768 × 576 Pixel mit AV-Master  und VirtualDub


480 x 576 Pixel mit AV-Master und VirtualDub

   

Da so ein Ergebnis nicht brauchbar ist, bleiben wir bei "Fast-Capture", sowie dem integrierten Fast M-JPEG-Codec (Format 4:2:2 und 24 bit True Color) und digitalisieren unseren bereits bekannten Film mit folgenden Parametern:

Die Größe des so auf die Festplatte gebrachten Film ist etwa identisch mit unserem Capture-Ergebnis der TV-Karte. Was ja auch nicht weiter wundert, denn die Kompression war mit 10:1 gleich.

Ob das Ergebnis auch dem der TV-Karte entspricht, werden wir erst im direkten Vergleich am Ende unseres Videoschnitts sehen.

ACHTUNG: Bei eBay werden immer wieder solche AV-Master-Karten angeboten. Teilweise verlinken die Anbieter (unzulässig) direkt auf diese Domain. Ich erlaube mir hier den Hinweis, dass diese Karten nur unter Windows 98 / Windows ME und rudimentär unter Windows-NT laufen. Es gibt keine Treiber für XP, Vista oder Windows 7. Im Zweifel haben Sie das Geld für den Kauf also in den Sand gesetzt!

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