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(EDV-TIPP vom 02.03.2002) Hin und wieder sollte man die Hardwarekomponenten in seinem Rechner mal einer kritischen Prüfung unterziehen. Besonders dann, wenn eine Festplatte merkwürdige Geräusche von sich gibt. ;-) So habe ich das auch bei meinem eigenen Rechner gemacht. Eine alte 2 GB-SCSI-Platte -mit meiner Startpartition- musste einer modernen preiswerten 40 GB - IDE-Festplatte mit U-DMA 100 - Schnittstelle weichen. Da mein Rechner aber nur Ultra DMA 33 unterstützt, musste der SCSI-Controller auch gleich noch Platz für einen neuen Promise-Controller machen. Dabei stand dann auch noch mein liebgewonnenes 4-fach CD-ROM-Laufwerk zur Disposition, weil es nur unter SCSI arbeitet.
So konnte ich während des Arbeitens durch einen Klick auf den richtigen Laufwerksbuchstaben, oder einfach nur auf die jeweilige Applikation, zwischen der c´t-ROM-Archiv-CD, einer LexiROM-CD, einer Telefon-CD und einer Kundendatenbank auf CD direkt umschalten. Das ist im Prinzip so wie der CD-Wechsler im Kofferraum eines Autos. Es entfällt also das lästige CD-Wechseln. Das jeweilige Laufwerk wurde automatisch "gemountet" und schon ging es los. Doch so ein Laufwerk braucht Strom, ist laut und mit 8-facher Geschwindigkeit sicher auch nicht mehr zeitgemäß. Also war es an der Zeit sich auch hier ein paar Gedanken zu machen. Ich hatte viel von "virtuellen CD - ROM-Laufwerken", sogenannten "Phantom-CDs" und vergleichbaren CD-ROM-Emulatoren gelesen - doch so richtig Vertrauen hatte ich in keine dieser Software-Lösungen. Die Software, die hinter einem solchen CD-ROM-Emulatoren steckt, dient der Simulation von CD-Laufwerken und stellt dem Anwender ein virtuelles CD-ROM-Laufwerk zur Verfügung, in das ein CD-Image geladen werden kann. Das Wort "Image" finden wir häufig im Bereich der Werbepsychologie. Die Motiv- und Marktforschung verwendet diesen Begriff, der ein Vorstellungsbild bezeichnet, das die Erwartungen umfasst, die subjektiv mit einem Meinungsgegenstand (z.B. einer Persönlichkeit, einem Markenartikel) verbunden sind. "Image" kommt aber aus dem Englischen und bedeutet unter anderem "Bild", "Bildnis", "Abbild" oder "Ebenbild". Ein Image ist also das Ebenbild eines Originals und eine Image-Datei ist in unserem Fall das Abbild der Original-CD.
Die Reihenfolge oben ist nicht ganz zufällig gewählt, sondern so, wie ich mit der Software klar gekommen bin. Software muss bei mir ohne Anleitung funktionieren. Ich will also mit ein paar Mausklicks zu einem brauchbaren Ergebnis kommen, ohne lange in dicken Handbüchern blättern zu müssen. Nun kosten die meisten der o.a. Programme so viel wie ein einfaches CD-ROM-Laufwerk - können aber zwischen 4 und 63 Laufwerke simulieren. Ja, Sie haben richtig gelesen. Es gibt Software (SimDisk), die kann 63 CD-ROM-Laufwerke auf Ihrem PC oder Server abbilden - zumindest unter Windows NT/2000/XP. Unter Windows 9x/ME sind nur maximal 23 Laufwerke möglich (A,B,C sind vergeben und das Alphabet hat nur 26 Buchstaben). Leider liefen bei mir nicht alle Programme stabil und einige waren auch recht umständlich zu bedienen. Ich will jedoch am Beispiel der
Ich arbeite übrigens selbst auch mit den DAEMON Tools, da sie einerseits kostenlos und auf der anderen Seite ganz leicht zu bedienen sind. Ab Version 3.0 arbeitet die Software auch sehr stabil mit bzw. neben meinem Ultra 100 TX2 - Controller. Damit die ideale Alternative zu meinem o.a. Hardwarelaufwerk. Und auch z.B. sehr interessant für alle Notebook-Besitzer, die damit etwas Strom sparen können.
Wie geht man nun vor - was muss man machen? Mit einer Image-Datei haben wir ja schon im Rahmen des
Man kann aber auch mit Hilfe des Programms von fast jeder beliebigen CD ein solches Image erstellen. (Die CDs mit Kopierschutz will ich mal außen vor lassen). Von meinen vier CDs habe ich mir also nun jeweils eine Image-Datei erstellt und diese in einer eigenen Partition abgelegt. Sie können dazu also CDRWin nehmen. Ich selbst habe es aber mit dem DiscJuggler von Padus (vergl: http://www.disc4you.de/produkte/discjuggler/index.html) gemacht. Das Programm kostet zwar 45,90 EUR, ist aber hier sicher zu empfehlen, da es diese Software auch in einer kostenlosen Demoversion gibt, mit der man solche Imagefiles problemlos herstellen kann. Der Vorteil besteht bei DiscJuggler nicht nur in der Größe der angelegten Imagedatei (sie ist deutlich kleiner als bei den Wettbewerbsprodukten), sondern im Gegensatz zu anderen Brennprogrammen (wie CloneCD, CDRWIN 3.8, Blindread, etc. speichert DiscJuggler die
Daraus scheint eine unterschiedliche Lesegeschwindigkeit für ein solches virtuelles Laufwerk zu resultieren, wie man an dem 'Ausriss' einer CDRom Drive Analyse sehen kann:
Die rote Kurve ist ein virtuelles Laufwerk auf Basis der
Man kann nun lange trefflich darüber streiten, ob die hier angegebene Transfergeschwindigkeit stimmt und darum habe ich ein paar simple Testläufe unter DOS gemacht. Mit dem Befehl
habe ich einfach die kpl. CD auf meine Festplatte kopiert. Begonnen habe ich mit einem normalen CD-ROM-Laufwerk (hier ein Plextor UltraPlex PX-32TSi). Die "Referenz-CD" war nach 6 Min 34 sec vollständig auf Festplatte kopiert. Selbst bei einem 40-fach-Laufwerk, einem Plextor PX-W2410TA, dauerte es 5 Minuten 29 sec um die kpl. CD auf Festplatte zu kopieren. Als nächstes habe ich ein virtuelles " Nun folgt als Alternative die Software "
Und zum Schluss nun mein Favorit DAEMON - Tools mit 2 Minuten 30 sec. Und damit kamen wir hier auf die gleiche Zeit wie bei "Fantom CD" und "SimDisk". Nutzt man bei den DAEMON-Tools anstelle von DiskJuggler nun ein ConeCD-Image, so steigt die Kopierzeit wie oben schon beschrieben auf 3 Minuten 43 sec. Die Kombination DAEMON-Tools mit DiscJuggler ist also schon ideal. Ganz außerhalb der Konkurrenz habe ich einmal den CD-ROM-Emulator von Roxio mitgetestet. Jeder WinOnCD-User wird ihn kennen. Er bietet die Möglichkeit bei der Erstellung einer neuen CD diese erst als Image auf Festplatte abzulegen, um zu testen, ob sie sich so verhält, wie sie soll. Ich habe also meine Test-CD als c2d-Image unter WinOnCD (Ver 3.8) angelegt und dann den u.a. Kopiervorgang gestartet. Sie werden es nicht glauben, aber der Vorgang dauerte 13 Min 08 sec und entsprach damit vermutlich 1-facher CD-Geschwindigkeit. Also vergessen Sie das Tool als virtuelle CD. Es ist schlicht unbrauchbar. Fazit: Die getesteten Programme zur Erstellung eines virtuellen CD-ROM-Laufwerkes erlaubten Kopiervorgänge, die mehr als doppelt so schnell waren wie mit einem klassischen CD-ROM-Hardware-Laufwerk.
Die Installation der Daemon-Tools ist ganz einfach. Setup aufrufen und den Anweisungen folgen - fertig. Sie sollten zuvor aber im Zweifel eine Sicherheitskopie herstellen, denn wenn ihr Rechner mit den neu installierten Tools nicht mehr startet, haben Sie ein Problem. Nach der Installation und einem anschließenden Bootvorgang zur Kontrolle sehen Sie in der Taskleiste das Daemon-Symbol:
Das Help-File ist zwar in englischer Sprache, aber da die Software sehr einfach zu handhaben ist, werden Sie vermutlich das Handbuch gar nicht benötigen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Ikon und Sie sehen etwa folgendes Bild:
Klicken Sie auf "Options" und dann "Set number of devices.."
Wählen Sie dann die Anzahl der Laufwerke aus, die Sie benötigen. (Ich habe hier eins (1 drive) ausgewählt - nutze aber in den weiteren Beispielen vier Laufwerke.) Jetzt sehen Sie vermutlich dieses Bild:
Nach einer kleinen Wartezeit können Sie ohne Neustart in der Systemeinstellung unter "SCSI controllers"
den entsprechenden Treiber sehen. Sie werden sich fragen, warum unter SCSI-Treiber. Der Mensch hat doch gerade erst seinen SCSI-Controler ausgebaut. DAEMON Tools basieren auf einem sogenannten SCSI Miniport Treiber (hier: daemon.mpd). Windows 9x und NT arbeiten intern immer nur mit SCSI-Geräten auch wenn Sie nur ATAPI-Geräte einsetzen. ATAPI bedeutet übrigens "Advanced Technology Attachment Packet Interface" und ist eine Schnittstelle oder besser ein Befehlssatz zum Anschluss von CD-ROM- oder anderen Wechsel-Laufwerk wie z. B. ZIP-Drive über die EIDE-Schnittstelle. (EIDE steht für "Enhandced Intelligent Drive Electronics" und ist eine Weiterentwicklung des IDE-Standards.) Vereinfacht kann man sagen, dass Miniport Treiber dafür verantwortlich sind, Windows-Befehle so umzusetzen, dass sie von dem jeweiligen Gerät verstanden werden.
Unter "CD-ROM" sehen Sie nun neben Ihren wirklichen Laufwerken je nach obiger Auswahl ein bis vier Daemon-Tools-Laufwerke mit dem Namen V386 STEALTH DVD. Sie können am Namen bereits erahnen, dass die Daemon-Tools nicht nur als CD-ROM, sondern auch als DVD-Laufwerk Verwendung finden können. Jetzt müssen wir diesen Laufwerken nur noch eine entsprechende Image-Datei zuordnen. Das geschieht über das "mounten" der Image-Datei
Sie integrieren die Image-Datei, bzw. den Inhalt der Image-Datei in ihr eigenes Filesystem. Diesen Vorgang nennt man auch "mounten". Sie können übrigens zwischenzeitlich auch Nero-Images (*.nrg) mounten, wenn Nero ImageDrive installiert ist, oder ISO Images die mit Easy CD Creator 5 erstellt wurden.
Haben Sie das für alle vier Laufwerke gemacht, so sind in meinem Beispiel zusätzlich die Laufwerke K: bis N: hinzugekommen.
Nun bietet das Tool nicht nur die Möglichkeit CDs und DVDs einzubinden, ohne sie wirklich im Rechner zu haben, Sie können mit Hilfe der Daemon-Tools auch kopiergeschützte CDs einbinden. Im Gegensatz zu den anderen hier besprochenen virtuellen Laufwerks-Lösungen können Sie mit Hilfe der "unheimlichen Macht" (=Dämon) Securom-, Safedisc- und Laserlock-geschützte CDs verwenden *). Das Programm fängt quasi die Kommunikation zwischen Laufwerk und Betriebsystem ab und simuliert gegenüber dem Anwenderprogramm auf diesem Wege den entsprechenden Kopierschutz. Doch das Thema Kopierschutz ist hier und heute für uns kein Thema. Andrew als "Erfinder" der Software
Die Frage nach dem "warum" es eine Beschränkung auf 4 Laufwerke gibt, ist recht einfach zu beantworten. Die Entwickler haben den Treiber, also das Herzstück der Software, an andere Firmen lizenziert, die auf der Basis dieses Treibers kommerzielle Software entwickelt haben. Hätte D-Tools in der kostenlosen Version mehr als 4 virtuelle Laufwerke, so würde sich vermutlich keiner für eine Lizenz interessieren. Da Andrew und Swen aber in Vollzeit an D-Tools arbeiten und wollen, dass das Programm Freeware bleibt, haben sie diese Beschränkung eingeführt. Von irgendwas müssen sie ja schließlich leben. Wer also eine große Festplatte und viel Platz sein eigen nennt, kann problemlos die Anzahl seiner CD-ROM-Laufwerke über eine sehr kostengünstige Lösung "vermehren".
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